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Vertiefung "Wasser und Umwelt"

 

 

 

 

Kurse

 

 siehe Fachstudium und Vertiefungsstudium  

 

Bauingenieure mit der Vertiefung Wasser und Umwelt werden im internationalen Kontext oft auch Wasserbauingenieure bzw. Umweltingenieure genannt, obwohl sie genauso Häuser und Hallen bemessen, konstruieren und bauen können wie andere Vertiefungsrichtungen. Jedoch beschäftigen sich Wasser und Umweltvertiefer auch mit der Umwelt in der das Bauwerk steht. Eine Hauptaufgabe ist die Nutzung und Erhaltung, und wo nötig die Rehabilitierung, der Umweltressourcen Wasser, Luft, Land und Boden. Wir entwickeln Konzepte und Systeme zur Versorgung der Gesellschaft mit essentiellen Gütern (z.B. Wasser, Luft, Energieträger, Boden und Gesteine) in ausreichender Menge und Qualität. Wir planen die Entsorgung von Abfallprodukten und Stoffströmen aus Kommunen, Industrie und Landwirtschaft. Und wir erarbeiten Konzepte zur technischen Infrastrukturentwicklung (z.B. Verkehr, Kommunikation, Industrieanlagen) einer nachhaltigen Gesellschaft, also im Einklang mit Land- und Umweltressourcenerhaltung.

 

   

Was ist bei einem Staudammbau zu beachten?

 

Die Hauptaufgabe besteht darin, naturwissenschaftlich und technisch fundierte Lösungen für eine effiziente Ressourcenbewirtschaftung auszuarbeiten. Dies geschieht in Zusammenarbeit mit anderen Bau- und Vermessungsingenieuren, Planern, Architekten, Wirtschafts- und Verfahrensingenieuren, Ökonomen, Natur- und Sozialwissenschaftlern.

 

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Laborexperimente helfen zu verstehen und auch zu testen!

 

Wir haben die Aufgabe, Wasser zum Gebrauch zur Verfügung zu stellen und dabei die Wasserqualität auf umweltverträglichem Niveau zu halten, bzw. die Qualität wiederherzustellen. Jedoch geht es hierbei nicht mehr, wie noch vor ca. 30 Jahren, ausschließlich um die technische Machbarkeit, sondern heutzutage fast immer auch um die Wechselwirkung der Bauwerke (Staudämme, Deiche, Rohrleitungen, Abwassereinleitungen,...) mit dem Menschen und der Umwelt (Umsiedelung, Fischwanderung, Naherholung, Algenplage,....). Beispiele sind: die Wasserkraftnutzung und Veränderung der räumlichen Verteilung des Wassers (z.B. durch Überleitungen, Schifffahrtskanäle, Bewässerungssysteme, Wasserversorgungsanlagen), durch Veränderung der zeitlichen Verteilung (z.B. durch Talsperren, Rückhaltebecken, Hochbehälter), durch Veränderung der qualitativen Zusammensetzung des Wassers (z.B. durch Anlagen der Wasseraufbereitung, Kläranlagen), durch Kontrollen der Wassergüte von Gewässern (z.B. auf Sauerstoffgehalt, toxische und thermische Belastung) sowie durch Landschaftsgestaltende Maßnahmen, z.B. in Form von naturnaher Entwicklung von Gewässern und Gewässerpflege. Dem Gebiet "Grundwasserströmungen" kommt eine neue zentrale Rolle zu, seitdem der Abfallentsorgung und der Einleitung von Stoffen in den Untergrund zunehmend Beachtung geschenkt wird. Die Kulturtechnik ergänzt die Aufgaben der Wasserwirtschaft durch Aktivitäten auf dem Gebiet des Bodenschutzes und der Bodenmelioration.

 

 

Schwerpunkt Umweltfluidmechanik - Environmental Fluid Mechanics

 

 

 

Die Umweltfluidmechanik (UFM) vermittelt das Verständnis physikalischer Prozesse, wie sie in der Umwelt (Wasser und Luft im Boden, an der Erdoberfläche oder in der Atmosphäre), die die folgenden Mechanismen steuern: Massentransport (Transport von Schadstoffen), Energietransport (Kühlwasser aus Kraftwerken), Impulstransport (Strömungen und Wellen). Große Aufmerksamkeit wird hierbei dem Umweltschutz und der Wirtschaftlichkeit zuteil. UFM Kurse beinhalten den Stofftransport (Fluide und Sedimente), Mischprozesse, Turbulenz und deren Modellierung, die Strömungslehre geschichteter Strömungen (z.B. Öl auf Wasser), natürlicher Strömungen an Küsten, in Seen, Flüssen und Kanälen, in der Atmosphäre sowie experimentelle Methoden. Der Unterschied der UFM im Vergleich mit der großskaligen Geophysikalischen Fluidmechanik ist der Einfluss lokaler Strömungen und deren Interaktion mit Bauwerken und Konstruktionen und deren Auswirkungen auf Mensch und Umwelt.

 

Das Wort "Umwelt" in UFM steht für das Verständnis natürlicher Systeme (nicht künstlicher), wie Sie in der Natur vorkommen, welche zwangsläufig größere Unsicherheiten aufweisen als künstliche Systeme (Wehre, Rohre, Kanäle). Die Worte "Fluidmechanik" betonen unser Interesse in physikalischen Prozessen, obgleich die Chemie, in Form von Transformationsreaktionen, nötig ist, um den Verbleib von Schadstoffen in der Umwelt vorherzusagen. Das Ziel ist aber das System in der diese Reaktionen ablaufen zu verstehen und nicht die Reaktionen selbst. Zusammenfassend kann man sagen, dass das Verstehen der Natur die tägliche Arbeit in der UFM ist.

 

 

Selbst geklärtes Abwasser kann die Umwelt verschmutzen. Bis zu welchem Grad ist dies "umweltverträglich"?

 

Es gibt zahlreiche Karrieremöglichkeiten für Studierende der UFM. Betrachtet man ein typisches Bauingenieur Projekt: Planung, Konstruktion und Bau einer Brücke, so ist es heute unumgänglich die Auswirkungen dieses Bauwerkes (oder vorgeschlagener Alternativen) auf die Umwelt zu bewerten (insbesondere quantitativ). Das Projekt muss diesbezüglich analysiert und optimiert werden.Umweltqualitätsnormen müssen ingenieurmäßig mit den entstehenden Kosten abgewogen werden. Solche Arbeiten werden von Ingenieurbüros, Universitäten, Behörden, Consultants und natürlich auch großen Unternehmen und Nichtregierungsorganisationen durchgeführt, die alle Studenten der UFM einstellen. Da die UFM das Herz der Entscheidungsfindung ist, gibt es in vielzähligen Bereichen der Planung und Ausführung von Bauprojekten Arbeitsmöglichkeiten.

 

Die Kurse der UFM bieten hierfür das nötige Fundament: Stabil genug um sich auf allen Wegen der Strömungslehre zu bewegen, tief genug um sich in der Forschung behaupten zu können und auch praktisch genug um sich für Umwelt- und Gesellschaftsfragen in Staatlichen oder nichtstaatlichen Organisationen durchzusetzen.

 

Sicherlich erhaltet Ihr auch einen zusätzlichen Einblick in die Materie, wenn Ihr Euch die Seiten unserer Forschungsabteilung Environmental Fluid Mechanics anschaut.

Im Internet gibt es auch weitere Infos zu diesem Thema.

 


weiter zu:

Semester Studienabschnitt
1. - 3. Grundstudium (Vordiplom)
  Wahl der Vertiefungsrichtung
4. - 5. Grundfachstudium
6. Fachstudium
  Wahl des Schwerpunktes (Umweltfluidmechanik)
7. - 8. Vertiefungsstudium Wasser und Umwelt
  Ergänzungsfächer
9. Diplomarbeit
Fertig Notenberechnung (Fachschaftsprogramm), IfH - Berufsinfos

 


 15.10.2010

 

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