Wattenmeer

Ökosystem Wattenmeer

Tobias Bleninger, Martin Frist, Marion Höfel, Johannes Kienzle, Wei Shao

Inhalt 

bulletEinleitung
bulletEntwicklungsgeschichte
bulletWasserbewegung
bulletTierwelt
bulletSalzwiesen und Dünen
bulletLinks

Einleitung

Das Wattenmeer vor der Haustür der niederländischen, deutschen und dänischen Nordseeküste erstreckt sich über eine Küstenlänge von etwa 450 km. Am Deich oder Strand beginnend ist es im Schnitt 7 bis 10 km breit und liegt wie ein Gürtel zwischen Land und offener Nordsee. Etwa 4500 Quadratkilometer groß, ist es somit das größte zusammenhängende Wattengebiet der Erde. Als Drehscheibe abertausender Zugvögel, als Kinderstube von Millionen Jungfischen, als Lebensraum vieler Tier- und Pflanzenarten ist es ein einzigartiges Gebiet - zu großen Teilen unberührt von der Zersiedlung, die andernorts viele naturnahe Gebiete zerschnitten oder ganz zerstört hat.

Das Wattenmeer ist in großen Teilen naturnah geblieben. Es ist ein Flachmeer, durchzogen von Prielen, Rinnen und Gats. Diese kleinen und großen Ströme entwässern das Watt im Rhythmus der Gezeiten. Die Inseln, Halligen und Sände, die sich bei Hochwasser oft nur wenige Dezimeter über die Meeresoberfläche erheben und durch Deiche oder Warften (auf- geschüttete Anhöhen, auf denen die Häuser stehen) vor dem Meer geschützt werden, liegen wie eine Kette vorgelagert vor dem Festland.

Es ist ein amphibischer Lebensraum. Ein ständiger Wechsel der Umwelt macht das Watt zudem zum Lebensraum vieler Spezialisten. Die meisten der etwa 270 wirbellosen Tierarten des Wattenmeeres sind unscheinbar. Klein und oft eingegraben im Boden, sind manchmal nur ihre Spuren an der Oberfläche zu sehen. Muscheln, Schnecken, Würmer und Krebse dominieren das Bild. Wenn es auch manchmal nicht so viele verschiedene Arten sind, ist doch die Menge beachtlich. Auf einem Quadratmeter Watt können ohne weiteres gleichzeitig 10000 Wattschnecken, 100 große Herzmuscheln und 20 Wattwürmer leben! 

Obwohl das Watt viele fließende Übergänge hat, werden im allgemeinen drei verschiedene Watttypen unterschieden: Schlickwatt, Mischwatt und Sandwatt. Viele Tierarten finden sich in allen Bereichen, manche aber sind besonders typisch für sandige oder schlickige Stand orte. Das Schlickwatt zeichnet sich dadurch aus, daß es aus sehr feinkörnigem Material besteht. Es ist weich und der Sauerstoff dringt nur wenige Millimeter in den Boden ein. Dar unter ist der Boden schwarz und riecht oft nach faulen Eiern. Die Tiere, die hier im Watt ein gegraben leben, müssen sich den Sauerstoff von der Oberfläche in ihre aus Schlick gebau ten Wohnröhren holen oder mit langen ,,Schnorcheln" an die Oberfläche kommen. Hier leben besonders viele Borstenwürmer. Im Sandwatt sind die Verhältnisse ganz anders. Der grobe Sand macht den Boden durchlässiger für Sauerstoff, aber auch anfälliger für Verlagerungen. Oft kommt es vor, daß Priele sich durch die Sandflächen schlängeln und auf der einen Seite den Sand abtragen, um ihn andernorts wieder abzulagern. Typische Bewohner des Sand- watts sind ausgewachsene Wattwürmer Das Mischwatt hat einen Charakter, der zwischen dem Schlick- und Sandwatt liegt. Die eben genannten Tierarten kommen auch hier vor. Als typisch für das Mischwatt kann aber z.B. die Herzmuschel gelten.

Etwa 20 Fischarten haben ihr Zuhause im Watt. Für viele Arten (z.B. die Scholle) ist es die Kinderstube, in der sie aufwachsen, um nachher wieder in die Nordsee zu ziehen. Andere Fischarten, so die Aalmutter und der Butterfisch, verbringen ihr ganze Leben hier. Daneben gibt es noch die Gäste, die größere Gebiete bevölkern und dabei auch ins Wattenmeer kommen, so z.B. der Dorsch, die Makrele, die Seenadeln oder der Katzenhai, dessen leere Eihüllen manchmal im Spülsaum zu finden sind. 

Viele Vogelarten besuchen im Laufe des Jahres das Watt. Obwohl nur etwa 25 Arten hier brüten, von Möwen über Seeschwalben bis zu den Wattvögeln, wird das Watt von etwa 100 Vogelarten genutzt. Denn als Überwinterungs- und Durchzugsgebiet hat das Wattenmeer eine überragende Bedeutung. 6 bis 9 Millionen Vögel sind im Jahresmittel auf das Watt an gewiesen! Arktische Arten, die im hohen Norden brüten, nutzen das Gebiet zum überwintern oder zum Rasten. Sie können sich hier die Fettreserven anfressen, die sie zum Weiterflug brauchen. Vögel wie die Brandgans oder die Eiderente mausern hier. In der Zeit des Gefie derwechsels brauchen die Tiere Ruhe und viel Nahrung, beides finden sie hier.

Entwicklungsgeschichte

Die Eiszeiten (die letzte war vor etwa 15.000 Jahren zu Ende) haben die Landschaft so geprägt, daß das Watt entstehen konnte. Durch das Abschmelzen der Gletscher entstand das breite und flache Mündungsgebiet der norddeutschen Tiefebene. Die nacheiszeitliche Senkung des Landes ließ dann die Küste bis zur heutigen Linie zurücktreten.

Im Gebiet des heutigen Wattenmeeres hat schon vor über 1000 Jahren eine Besiedlung stattgefunden. Die ersten Deiche wurden gebaut, zuerst als niedrige Wälle, später als hohe Seedeiche. Der Mensch und das Meer haben diese Landschaft geprägt und ohne Küsten- schutz sähe die Küste heute sicher anders aus.

Seit dem 1.10.1985 ist das Wattenmeer in Schleswig-Holstein ein Nationalpark und erhielt damit den höchsten Status den ein Naturgebiet in Deutschland haben kann. Das nieder sächsische Wattenmeer folgte am 1.1.1986. Viele gegensätzliche Interessen haben seitdem die Fronten geprägt. Auf der einen Seite soll der Nationalpark ausgebaut und der Schutz verbessert werden. Dazu gehört das Vermeiden von Ressourcenausbeutung und das Aus weisen von Ruhezonen. Auf der anderen Seite stehen die wirtschaftlichen Interessen, die oft genug auch existentielle Bedeutung haben - Fischerei, Küstenschutz, Industrie. Schiffahrt, militärische Übungen, Beweidung, Fremdenverkehr und viele andere Dinge müssen mit dem Nationalpark in Übereinstimmung gebracht werden. In diesem Spannungsfeld ist es schwierig einen für alle tragbaren Kompromiß zu finden.

Wasserbewegung

Der ständige Wechsel von Ebbe und Flut ist der wichtigste gestaltende Faktor in dieser Landschaft. Für die Lebewesen des Watts spielen dabei eine ganze Reihe von „Nebenwirkungen" eine große Rolle: Da ist zunächst die direkte Sonneneinstrahlung, die bei fehlender Wasserkühlung die oberen Schichten des Wattbodens auf bis zu 40°C aufheizen kann. Bei schlechtem Wetter kann Regen (ebenfalls) die oberen Bodenschichten auswaschen und die Meeresbewohner in arge Schwierigkeiten bringen. Eiswinter können tonnenschwere Wasserklötze auf den Boden legen. Liegt das Watt trocken und fegt der Wind darüber, friert der Boden - wieder sind die oberen Schichten besonders betroffen - in den Eisschollen mit ein. Was in diesen Bodenschichten lebte ist damit vernichtet. Der Fraßdruck durch Möwen und ihre hungrige Verwandtschaft mutet dagegen recht harmlos an - ist es vermutlich auch. Ebenfalls wichtig ist für die Tiere des Meeres, das viele Süsswasser, was aus dem Binnenland ins Watt fliesst. Der Salzgehalt des Wattwassers kann in feuchten Sommern sehr niedrig werden (2,5% sind normal), in trockenen dafür praktisch auf Nordseeniveau (3,5%) steigen. Empfindliche Tiere können deswegen in manchen Jahren im Watt ausbleiben oder geradezu einfallen.

Der wichtigste gestaltende Faktor im Watt ist das strömende Wasser. Wasser sortiert: je nach Fliessgeschwindigkeit kann das Wasser nur Teilchen bis zu einer gewissen Größe (bzw. Gewicht) mitreißen. Was größer ist wird abgelagert, kleineres und leichteres wird mitgerissen, bis die Strömung so langsam ist, dass auch sie nicht mehr transportiert werden können.

Im Watt verzweigt sich das Rinnensystem immer weiter und läuft in den Prielen irgendwann aus.Entsprechend verteilen sich auch die Korngrößen im Watt. In Großrinnen und Seegaten liegen am Boden Muschelschalen, Steine und Muschelbänke auf grobem Sand. Je weiter man sich von den Rinnen entfernt, desto geringer werden die Strömungen, desto flacher und kleiner werden die Priele und desto weicher wird der Sand, da immer kleinere Partikel abgelagert werden, während die großen Brocken gar nicht erst bis hierhin transportiert werden können.

Watttypen

Sandwatt:  Bereiche, in denen grober Sand liegt. Das ist auf den hohen Sandbänken in der Nähe großer Rinnen und hinter den Inseln gegeben. Im Sandwatt ist das Nahrungsangebot (im Boden) zwar gering, dieser aber bis in große Tiefen (ca. 10 Zentimeter) gut mit Sauerstoff versorgt. Bei den hier herrschenden Strömungen sind allerdings Umlagerungstiefen (das, was mit jeder Tide weg- und wieder hingespült wird) von 20-30 cm keine Seltenheit. Die Tiere des Sandwatts sind schnell grabende oder tief lebende oder ausnahmsweise im Verband auf der Oberfläche (Miesmuschel) siedelnde Filtrierer des Wassers, welches in ausreichender Menge und meist mehr als 12 Stunden am Tag durchrauscht. Man ernährt sich von der Masse des kleinsten Lebens, welches im Wasser schwebt. Neben Algen und Wasserflöhen sind dies auch die Larven von Würmern, Muscheln, Schnecken, Fischen und Krebsen, das sogenannte Plankton.

Wo die Strömungen moderater werden, wird mehr Schlick abgelagert. Das Watt enthält mehr Nahrung, aber weniger Sauerstoff. Für dieses Mischwatt ist auch der Name Wattwurmwatt geprägt worden. Nicht nur Wattwürer fühlen sich hier wohl. Oxidationsschichten von bis zu fünf Zentimetern erfüllen die Bedürfnisse der meisten Wattbewohner und die natürlichen Schwankungen führen dazu, daß auch praktisch alle Wattbewohner mehr oder weniger häufig hier anzutreffen sind. Der Begriff Mischwatt ist auch ein sehr dehnbares, denn auch hier gibt es festeres im Bereich von Prielen und weicheres auf den Platen (friesisch für Sandbänke). 

Schlickwatt
:  Wenn die Wattwurmhäufchen verschwinden, ein dunkelbrauner Algenbelag den Boden bedeckt und kleine schwarze Kügelchen (Schnecken oder Kothäufchen, auch dazu später) das Watt sprenkeln, ist Vorsicht angebracht. In diesem Schlickwatt kann es schon einmal Hüfttief werden. Das Nährstoffangebot lässt die Algen zu fetten Weiden heranwachsen, der Boden ist prall gefüllt mit organischer Nahrung, aber Sauerstoff gibt es nur in den ersten Millimetern Boden. Das sauerstoffreiche Nordseewasser dringt mit Strömung und Wellenschlag nur eine gewisse Tiefe in den Boden ein. Wo kein Sauerstoff mehr hinkommt, übernehmen Bakterien den Abbau. Sie gewinnen ihre Energie zum Leben ohne Sauerstoff. Dazu wird beispielsweise als Sauerstoffspender das reichlich in Meerwasser und organischer Substanz vorkommende Sulfat (SO42-) benutzt. Dabei entsteht das nach faulen Eiern stinkende Faulgas Schwefelwasserstoff (H2S). Das mag den Bakterien egal sein, für die höheren Wattbewohner, auch für uns, ist es ein Nervengift, ebenso, wie das schwarze Eisensulfid (FeS), was sich aus dem Faulgas und dem Eisen des Meerwassers bildet. Das Eisensulfid färbt somit die sauerstofflose Schicht im Boden schwarz, so daß die typische Schichtung im Boden entsteht: oben die helle, sauerstoffreiche Oxidationsschicht, unten die von Eisensulfid schwarze, sauerstofflose Reduktionsschicht.

Die wenigen Tiere, die hier leben, müssen mit dem giftigen Boden zurechtkommen, oder diesen meiden. Was sie an Sauerstoff brauchen, müssen sie sich aus dem Wasser oder der obersten Bodenschicht holen. Schlickwatt ist wie das Sandwatt nur von wenigen Arten besiedelt, stellt aber durch die Sauerstoff- und Nahrungsproduktion der Algen hier, einen sehr wichtigen Bereich für das Watt dar.

Tierwelt

Die Tiere des Watts sind extrem anpassungsfähige Lebensformen, denn nur wenige schaffen es, die drastischen Lebensbedingungen auszuhalten, die sich den Bewohnern hier entgegenstellen. Das Watt ist deswegen auch artenarm. Die wenigen aber, die Salzgehalts- und Temperaturschwankungen überleben, die sich schnell genug vermehren können, um die Verluste durch Räuber und lokale Katastrophen (durch Epidemien, Eiswinter, Verschlickung, Abtragung, Muschelfischer) schnell auszugleichen, die haben im Watt einen außergewöhnlich reich gedeckten Tisch. Das einzige, was in dieser Landschaft eintönig ist, ist das Pflanzenfutter: Kieselalgen. Reine Pflanzenfresser wären den Kapriolen (und dem Jahresgang) der Alge hilflos ausgeliefert - lediglich Schlickschnecken ernähren sich ausschließlich von Pflanzen (und nicht einmal ausschließlich von Kieselalgen).

Die Tiere sind selbstverständlich unterschiedlich empfindlich, einige können nur in der sauerstoffreichen Oxidationsschicht leben, andere können sogar das giftige Eisensulfid fressen und damit zurechtkommen.

Kieselalgen sind die wohl unbekanntesten und doch wichtigsten Bewohner des Watts. Sie machen sich für den Wattwanderer durch ihre braune Farbe als Belag auf dem Boden bemerkbar. Praktisch alle Bewohner des des Watts ernähren sich von den einzelligen Kleinalgen, unmittelbar die Filtrierer (Muscheln) mittelbar die Räuber (Vögel), indem sie z.B. erstere verzehren.

Kieselalgen vermehren sich relativ schnell (verglichen mit höheren Pflanzen, nicht aber gegenüber Grünalgen) und verdoppeln damit ihre Masse etwa einmal am Tag. Dabei produzieren sie mehr Sauerstoff, als es eine vergleichbare Fläche tropischen Regenwaldes könnte (was für ein marines Ökosystem im übrigen nichts besonderes ist). Damit ist das Watt eben nicht nur eine Nahrungsquelle, sondern auch eine ‚braune Lunge‘ der Nordsee.

Würmer :  Der bekannteste Wurm des Watts, wenn nicht der bekannteste Bewohner überhaupt ist der Watt- oder Pierwurm. Dieser Borstenwurm lebt im Mischwatt (wo er am häufigsten ist) ca. 20 cm unter der Bodenoberfläche und erreicht dort auch selten mehr als 20 cm Länge. Seine Anwesenheit fällt durch Fresstrichter und spaghettiähnliche Kothaufen auf. Er ernährt sich von der großen Anzahl Bakterien, Kieselalgen und inbesondere die Armeen der Sandlückentiere (winzige Würmchen, Larven, Krebschen u. ä. Getier), die seinen Saugmund damit erreichen. Da diese Nahrungsquelle in nährstoffarmem Sand nicht ausreichen würde, ist er außerdem Filtrierer. Um in der giftigen Reduktionszone überleben zu können, pumpt der Wattwurm ständig Frischwasser vom Schwanz zum Kopf (daher liegen die Kiemenbüschel hinten - Richtung sauerstoffreiches Wasser). Mit diesem Wasser kommen Plankton und Kieselalgen mit in die Röhre. Sie verfangen sich im Sandstrang am Kopf und werden dort gefressen.
Etwa alle vierzig Minuten kriecht der Wurm das hintere Ende seiner Röhre hoch, um seine Kothaufen zu erzeugen.

Der ca. 10 cm lange, meist orangefarbene Wattringelwurm wird sehr häufig für den Wattwurm gehalten, da er der einzige Wurm ist, den man bisweilen an der Oberfläche sieht. Er mag  etwas mehr Schlick als der Wattwurm und fehlt in grobem Sand. Er ist ein typischer Vertreter des Watts, da er absolut kein Nahrungsspezialist ist. Beim Durchwühlen des Schlicks frisst er alles, was er fressen und überwältigen kann - Kleinstlebewesen, Bakterien und organisches Material.  In Gebieten, in denen Ringelwürmer vorherrschen sind viele der labyrinthartigen, Spuren um eine Menge kleiner Löcher im Boden zu sehen. Wattringelwürmer haben für das zeitweise Betreten der Oberfläche extra Augen, davon auch gleich vier. Diese Augen sind nach oben, Richtung Möwe gerichtet, dienen also nicht dem Auffinden von Beute, sondern zur rechtzeitigen Warnung.

Schwarze Punkte auf der Wattoberfläche des Schlickwatts deuten auf den Kotpillenwurm (Gummibandwurm) darin hin. Dieser ist der einzige Wurm, der einen so geringen Sauerstoffbedarf hat, daß ihm tiefster Schlick nichts ausmacht. Außerdem kommt er mit dem giftigen Eisensulfid zurecht. Da er sich von Bakterien und organischem Material des schwarzen Schlicks ernährt, scheidet er ebenso schwarzen Sand aus, der die Kothäufchen bildet. Der Wurm selbst lebt in den oberen 20 cm Reduktionszone, ist dunkelrot und nicht mehr als einen Millimeter dick.

Zwei weitere Würmer, die im Watt vorkommen sind der Bäumchenröhrenwurm und der Köcherröhrenwurm. Bäumchenröhrenwürmer sind Bewohner von Schlick- und Mischwatten. Im Gegensatz zu diesem kann der Köcherröhrenwurm  durchaus in Bereichen mit stärkerer Strömung leben.  

MuschelnHäufigste Vertreterin dieser Tiere ist die Herzmuschel. Diese grob gerippte, weiß-gelbe Muschel lebt dicht unter der Oberfläche und ist daher für den Wattwanderer und für Vögel leicht zu erbeuten. Ihre Anwesenheit verrät sie durch helle Flecken im braunen Kieselalgenbelag und sporadische Spritzerchen. Die Flecken entstehen, wenn die Muschel mit ihren zwei Schnorcheln (Siphos) Wasser einsaugt und filtriert. Die braunen Kieselalgen werden dabei genauso eingesaugt, wie Plankton.   Zum Bewegen besitzt die Muschel einen gelblichen Grabfuß, den sie zungenartig ausstrecken kann. Mit dem Fuß kann sich die Muschel auch auf dem Boden kriechend über kurze Strecken bewegen. Man sieht dann eine breite Kriechspur.

Tiefer leben schon die Pfeffermuschel, die baltische Tellmuschel oder rote Bohne sowie die Plattmuschel. Sie sind näher miteinander verwandt, aber leicht durch den Größenunterschied voneinander zu unterscheiden (rote Bohne und Plattmuschel bis 1.5 cm, Pfeffermuschel bis 5 cm) außerdem ist die rote Bohne die einzige farbige Muschel im Watt - rosarot. Die Muscheln sitzen 5 bzw. 10 cm tief im Boden.

In gleicher Tiefe lebt die etwa 1970 eingeschleppte amerikanische Schwertmuschel, die ihrer Form nach gar nicht wie eine Muschel aussieht. Beide Schalen bilden eine lange, zerbrechliche gelbbraune Röhre (Röhrenmuschel). Diese Muschel kommt im Watt kaum lebend vor, sie lebt an tiefen Rinnen mit starker Strömung. Sie kann einen sehr langen Grabfuß ausstrecken, der nicht nur zum sehr schnellen Eingraben, sondern auch zum Schwimmen taugt. Ihre Nahrung besteht aus Plankton.   

In den tiefsten Bodenschichten lebt die Sandklaffmuschel. Diese Muschel wurde seinerzeit als Nahrungsmittel eingeführt, wird aber wohl nicht mehr verzehrt. Sie sitzt in etwa 30 (maximal 50) cm Tiefe und ist damit wohl das tiefste höhere Lebewesen des Watts.

Im krassen Gegensatz zur Sandklaffmuschel lebt die Miesmuschel als einzige Muschel  ständig an der Oberfläche. Sie filtert ebenfalls Plankton und erreicht dabei hohe Pumpleistungen (1 Liter pro Stunde). Die gewaltigen Wassermengen, welche durch die Muscheln gepumpt werden, machen das Watt zu einer biologischen Kläranlage der Nordsee. Herausgefiltert werden auch Schwebstoffe, feinster Schlick, der eingechleimt und unter den Muscheln fallen gelassen wird. Die Muschelbank wächst dadurch auf ihrem eigenen Abraum in die Höhe, daher auch der Name „Bank" für die Felder dieser Muschel.

Als Wrack-Killer haben sich in der Nordsee die Bohrmuscheln einen Namen gemacht. Die Tätigkeit dieser Muscheln ist dafür verantwortlich, daß man in unseren Breiten nicht nach alten Schiffwracks suchen braucht.

Die Bohrmuscheln sind leicht an den Raspelzähnchen auf ihrer Schale zu erkennen. Sie setzten sich als Larve in die Zwischenräume in Holz, Torf oder festen Kleiboden und drehen sich um ihre eigene Achse.

Die zwei schönsten Muscheln des Watts, zugleich die seltendsten, kann man besonders auf den Inseln finden: Sägezähnchen und Teppichmuscheln. Sägezähnchen gehören in die Pfeffermuschelverwandtschaft, sind länglich und besitzen eine feine Zähnung am Rand ihrer Schalen. Die harten Schalen sind außerordentlich individuell in Rot-, Blau-, Gelb- und Brauntönen gefärbt und glänzen wie feines Porzellan. Ein seltener Glücksfall sind Teppichmuscheln. Ihre Schalen sehen teurem Porzellan noch ähnlicher, sind schwer und stabil. Hinzu kommt ein sehr starkes Schloßband, welches die beiden Schalenhälften zusammenhält.

Schnecken: Nur drei Arten von Schnecken sind im Watt regelmäßig zu treffen. Die kugelige Strandschnecke fällt relativ leicht ins Auge. An den Leitdämmen, wo sie sich u.a. von Seepocken ( einer Krebsart ) ernährt ist sie sehr häufig und erinnert an Schafsköttel. Im Watt selbst findet man sie seltener Kieselalgen weidend. Dort herrscht die nur wenige Millimeter große Schlick- oder Wattschnecke vor. Auch sie weidet Kieselalgen ab und tritt besonders im Schlickwatt häufig auf, wo sie große Siedlungsdichten (bis 150.000 Tiere pro m2) erreichen kann.
Sehr einfach erkennt man das gewundene, meist graue und bis 10 cm große Gehäuse der Wellhornschnecke. Diese kommt im Watt selbst nicht vor, sondern ernährt sich in großen Prielen und Baljen von Aas.

Krebse: Der bekannteste Krebs dürfte die Strandkrabbe (Dwarslooper) sein. Auf Wattwanderungen begegnet man den ausgewachsenen Tieren am ehesten in schnell fließenden Prielen, die am Grunde mit Muschelschalen bedeckt sind, denn dort sind sie am Besten vor gierigen Möwenschnäbeln geschützt. Wie Herzmuscheln atmen an Land gebliebene Strandkrabben vorrübergehend Luft. Ihre Nahrung besteht ansonsten aus Wattwurmschwänzen, Wattschnecken, kleinen Muscheln und Krebsen und wenn sie sie erbeuten können Ringelwürmern und Fischen, zu großen Teilen aber aus Aas und wohl auch Pflanzen.

Die nahe verwandte Schwimmkrabbe (hintere Beine sind breite Ruder) fängt auschließlich Fische und Garnelen und hat entsprechend messerscharfe Scheren - mit ihr ist auf alle Fälle nicht zu spaßen! 

Ein unbekanntes Tier des Watts ist der Schlickkrebs. Dieser maximal einen halben Zentimeter lange Krebs, der so gar nicht nach einem Krebs - eher wie ein Käfer - aussieht, bewohnt senkrechte Röhren, die er in die Oxidationsschicht gräbt.

Flöhen ähnlich aber deutlich größer sehen Flohkrebse. Sie sind ebenso wie Flöhe seitlich abgeplattet und gekrümmt. Interessant an diesen etwa einen Zentimeter großen, braunen Tieren ist außerdem ihre Eigenschaft, seitwärts liegend zu schwimmen.

Zu den Krebsen gehören auch die Seepocken, die sich an Schiffen und Anlagen festheften, so daß sie  mit sogenannten Antifouling-Anstrichen vor diesem Bewuchs geschützt werden müssen. Die giftigen Substanzen, welche diese Farben an das Wasser abgeben, reichern sich jedoch in der Nahrungskette an.
Die Krebse bauen sich in einem Kalkpanzer ein und fangen, sobald sie von Wasser bedeckt sind, Plankton. Dazu öffnen sie ihre Behausung ein kleines Stück und winken mit ihrem Kescher aus Beinen durch das Wasser.

Große wirtschaftliche Bedeutung haben die Nordseegarnelen, der Granat oder, wie die meisten sie nennen, Krabben. Sie gehören zu den Langschwanzkrebsen. Die Garnelen haben zwei Möglichkeiten der Fortbewegung. Im ersten langsamen Gang, mit dem sie sich auf der Futtersuche bewegen, rudern sie mit den vielen Beinen unter dem Hinterleib. In dieser Gangart erreichen sie etwa die Geschwindigkeit eines Spaziergängers. Sind sie auf der Flucht, schlagen sie den muskulösen Schwanz schnell unter den Körper und das Tier wird zur Rakete.
Trotz Befischung seit mehreren hundert Jahren sind die Krabbenbestände im Watt nicht zurückgegangen. Das liegt zum einen an der vorgeschriebenen Maschenweite von einem Zentimeter und zum anderen an der großen Überproduktion an Nachwuchs.

Quallen Quallen sind im Watt selbst meist nur als Leichen zu finden.  Im Frühjahr finden sich zuerst die blauen und roten Nesselquallen im Watt. Sie stehen unter einem Druck von bis zu 140 bar!. Vollkommen ungefährlich sind dagegen die Blumenkohlqualle und die Ohrenqualle. Beide Arten beschränken sich auf den Fang von Plankton. Im Herbst kommen mit den ersten Stürmen die Kompaßquallen an Land. An seinem Rand sitzen zahlreiche rote Punkte. Auch sie nesselt, da sie sich von größeren Fischen ernährt.

Etwas entfernter verwandt sind die Stachelbeerquallen. Auf den Rippen, die sowohl ihr selbst, als auch der Familie ihren Namen gaben, sitzen kleine Flimmerplättchen, mit denen das Tier seine Lage im Wasser unter Kontrolle hält. Stachelbeerquallen fangen mit zwei langen Fangfäden, die mit Klebzellen statt wie bei Quallen mit Nesselkapseln ausgestattet sind, tierisches Plankton.

Vögel
Charakteristish für die Küste ist die weiße Silbermöwe. Die Möwenbestände haben in der letzten Zeit stark zugenommen, da die Vögel alles fressen, was sie finden und dazu gehört vor allem menschlicher Abfall. Aber auch Fische, Wattwurmenden, Krebse und die Jungen anderer Wattvögel gehören wie Aas zur Nahrung.
Neben der Silbermöwe mit dem roten Punkt im Schnabel, leben hier die etwas seltenere Heringsmöwe, die dunkelgraue Flügel besitzt sowie die Sturmmöwe, die keinen roten Fleck im Schnabel aber wie die Silbermöwe hellgraue Flügeldecken hat. Erst seit geschichtlicher Zeit kommt auch die Lachmöwe (sprich: Laachmöwe) an der Küste vor. Wie Möwen sehen auch die Seeschwalben aus. Seeschwalben sind aber kleiner, besitzen schmale, spitze Flügel und einen gespaltenen Schwalbenschwanz.
Der Austernfischer  ist leicht an seiner schwarz-weißen Gefiederfärbung und dem roten Schnabel zu erkennen (Wattstorch).  

Außerdem seien noch Rotschenkel und Säbelschnäbler erwähnt, zwei extrem bedrohte Vogelarten, die man am Rand der Salzwiesen sehen kann.  

Säugetiere: Auf hohen Sandbänken an tiefen Prielen liegen oft Seehunde. Da Seehundsaugen für den Brechungsindex des Wassers gebaut sind, können sie an Land schlecht sehen, was ihre Vorsicht noch erhöht. Ein Seehund im Wasser hat dagegen kaum Feinde zu fürchten. Wie sie im trüben Nordseewasser ihre Beute ausmachen ist noch ungeklärt. Seehunde geben außerdem unter Wasser Ultraschallaute von sich, die sicherlich der Echolotung dienen.

Stark gefährdet ist auch der Schweinswal oder kleinen Tümmler. Schweinswale sind typische Delphine, die eine Anpassung an die kühleren, nördlichen Meere zeigen: ihre 1 1/2 m langen Körper sind kompakt, um möglichst wenig Wärme zu verlieren. Die Schweinswale scheinen sich bei uns in der Nähe von Sylt regelmäßig zur Paarung und Geburt einzufinden, denn dort werden sie häufiger gesichtet.

Salzwiesen und Dünen

Der Name Salzwiese deutet schon auf den wichtigsten Standortfaktor hin: das Salz. Salzwiesen bilden an unserer Küste den natürlichen Übergang vom Festland zum Watt. Sie werden je nach Höhe (und diese steigt zum Deich bzw. zur Insel hin an) bei jeder Flut oder nur bei starken Sturmfluten vom Meerwasser überspült. Das Salz des Meeres dringt dabei in den Boden ein und wird durch Regen wieder ausgewaschen. Da die Überflutungshäufigkeit mit zunehmender Höhe geringer wird, nimmt auch der mittlere Salzgehalt im Boden ab, wodurch sich in der Salzwiese an bestimmte Salzgehalte angepasste Pflanzengesellschaften in einer charakteristischen Zonierung ausbilden. Mehrere unterschiedliche Zonen sind zu unterscheiden: 

Quellerzone: An der äußersten Grenze der Salzwiese, bei Hochwasser beinahe immer unter Wasser, wächst der Queller. Die Pflanze erinnert an einen Säulenkaktus, ist allerdings nur zehn Zentimeter hoch. Der Queller pflanzt sich fort, indem er seinen Pollen einfach auf die Wasseroberfläche fallen läßt. Wellen und auflaufende Flut bringen ihn zu den Naben. In England soll der Queller als Salat eine Delikatesse sein. In der Quellerzone wächst außerdem das englische Schlickgras. 1927 wurde es im Watt angesiedelt, um die Landgewinnung zu fördern. Man hatte sich ausgerechnet, daß das Gras unterhalb der Quellerzone wachsen würde, wie es dies in den Buchten Englands tat, aber bei unserem vergleichsweise moderaten Tidenhub tat es nichts dergleichen.Dieses hochwüchsige Gras ist recht strömungsempfindlich.

Andelzone: Ist der Boden so weit angestiegen, daß er nicht mehr mit jeder Flut überspült wird, siedelt sich ein kleines, festes Gras an, das etwas an Kunstrasen erinnert - der Andel.  Er besitzt einen hohen Zucker- und Eiweißgehalt und ist damit eine hervorragende Weide. Das nutzten nicht nur die Friesen mit ihren Schafen, sondern auch die Ringelgänse aus Sibirien. Außerdem hält Andel den Boden unter sich so fest, daß er praktisch nur noch an Abbruchkanten verloren gehen kann. Im vorderen Bereich der Andelzone wächst außerdem der Strandflieder, der im Spätsommer mit seiner Blütenpracht überzeugt. An den Strandflieder hat sich eine endemische, also nur hier vorkommende Insektenart, der Rüsselkäfer, spezialisiert.

Im vordersten Bereich der Andelzone, bis in die obere Quellerzone findet man kleine Erdhäufchen, die an diejenigen der Regenwürmer erinnern, aber von einem Käfer stammen - dem Salzkäfer. Dieser ist eines der wenigen Insekten, die es geschafft haben, in einen Salzwasserlebensraum vorzudringen. In seiner Röhre versteckt, überlebt er die Flut.

Steigt die Salzwiese weiter an, begegnet man dem würzig duftenden und weithin silbrig leuchtenden Strandbeifuß.  In diesem Bereich kann man oft auch die Strandaster finden, die wie eine violette Kamille aussieht.

Wie das Watt wird auch die Salzwiese durch Priele entwässert. Sie füllen sich bei Springtiden und Regen, führen also mal Salz- mal Süßwasser, in der Regel ein Gemisch aus beidem: Brackwasser. Dadurch die Schwankungen im Salzgehalt besonders hoch. Der kritische Salzgehalt des Brackwassers in Pfützen und Prielen - irgendwo zwischen Salz- und Süßwasser - wird von Meerestieren als zu niedrig, von Süßwassertieren als zu hoch angesehen. Hier färben spezialisierte Bakterien das Wasser teerot.

Rotschwingelzone:  Oberhalb des mittleren Springtidenhochwassers nimmt der Salzgehalt so weit ab, daß sich langsam salzvertragende Pflanzen des Binnenlandes ansiedeln können. Allen voran ein 10 bis 20 cm langes, dünnes Gras das Rotschwingel heißt. Die Rotschwingelzone ist von Juni an sehr deutlich an den verblühten Ähren des Grases zu erkennen. Hier finden sich auch fast den ganzen Sommer über die hübschen rosa Blütenköpfchen der Strandgrasnelke. Andere Pflanzen, die in der oberen Rotschwingelzone (die allenfalls bei hohen Wintersturmfluten erreicht wird) vorkommen, sind Weißklee und Gänsefingerkraut. Sie vertragen durchaus die geringen Salzmengen des Bodens, der kaum noch den Namen Salzwiese verdient hat. Das Meerwasser steht über dieser Zone ohnehin nur im Winter, wenn die Pflanzen kaum etwas davon mitkriegen.

Kurz oberhalb folgen auf der Insel die ersten sandigen Standorte. Während aus dem Wattschlick der typische bläuliche, tonreiche Kleiboden der Marsch wird, häuft sich am oberen Rand der Salzwiese der abgetragene und hinübergewehte Sand der Dünen an. Hier leben bereits typische Dünenpflanzen wie Kriechweide und Zahntrost. Erstere ist ein niedriger Busch, mit den Blüten und Blättern von Weiden, nicht aber deren Wuchs. Zahntrost ist eine zehn Zentimeter hohe Pflanze mit weinroten Blüten. An höheren Stellen, die praktisch überhaupt kein Salz kennen, findet man dann bereits die Charakterpflanze der Inseln - Strandhafer.

Dünen:  Die Dünen entstehen nach dem gleichen Prinzip, wie auch diejenigen der Sahara, Wasserwellen und Rippelmarken (Sandwellen auf dem Wattboden) - Grund ist die Wind- bzw. Wasserbewegung über der Oberfläche. Der ewig blasende Seewind verfrachtet Tonnen von Sand. Die Dünen wachsen so schnell wie Schneewehen. Am Tag können an günstigen Stellen gut zehn Zentimeter Sand hinzu kommen (wenn der Wind dreht können sie aber ebenso schnell wieder weg sein). Da die ostfriesischen Inseln durch die West-Ost-Strömung vor der deutschen Küste nach Osten wandern, sind im Westen der Inseln immer die ältesten Dünen (und die Dörfer). Außerdem sind die seeseitigen Dünen (Sandnachschub) jünger, als die landseitigen. Man kann bei einem Marsch vom seeseitigen Strand zum Watt die verschiedenen Altersstufen der Dünen beobachten. Besonders gut kann man dies auf der Insel Spiekeroog.

Wenn sich im Watt eine Sandbank gebildet hat, die hoch genug ist, um Pflanzen Lebensraum zu bieten, beginnt die Dünenbildung interessant zu werden. Zu den ersten Pionierpflanzen auf solchen Flächen zählen Queller, Strandquecke und Salzmiere. Vor allen Dingen die Horste der Strandquecke sind gute Sandfänger. Der vom Wind herangefegte Sand wird vom dichten Wurzelwerk festgehalten. So wächst die Düne langsam immer höher und kann bald, weil sie schließlich auch seltener überflutet wird, empfindlichere Pflanzen aufnehmen.

Wo die Sturmfluten nicht mehr hinkommen, wo also kein Salz mehr im Sand ist, da fassen zwei Gräser Fuß, die der Inbegriff des Inselschutzes sind: Strandhafer und Strandroggen. Beide Gräser fangen sehr gut Sand, werden aber kaum bedeckt. Die Strandhaferdünen heißen auch Weißdünen. Weil die Weißdünen aus frischem Meersand bestehen, enthalten sie eine Menge kleingemahlenen Muschelkalk, sind also kalkreich und vergleichsweise gut mit Nährstoffen versorgt.

Die Dünenbildung läuft selbstverständlich noch weiter: vor den Weißdünen bilden sich immer neue Primärdünen mit Strandquecken und wenn auch dort Strandhafer Fuß fasst, wächst eine neue Dünenreihe vor der alten empor.An feuchteren Stellen wachsen auch schon mal vom Wind zerzauste Birken oder Erlen, Kriechweiden, Holunder, Ebereschen und Espen (Zitterpappel). In tiefen Dünentälern können sich märchenhafte Zwergenwäldchen aus Schwarzerlen, Birken und Kiefern bilden, die in dicken Moospolstern stehen und wahre Paradiese für die Vogelwelt sind. Nicht umsonst heißen diese Dünen Gründünen.

Links

http://home.t-online.de/home/O.Hueppop-IFV/ifv_hp.htm

http://rotor.fb12.tu-berlin.de/personen/klaus/acceptance.html

http://www.sh-nordsee.de/nationalpark/index.html

http://www.wilhelmshaven.de/